Wolfgang Mischnick
Geschrieben von Dr. Volkmar Kunze am 02. Mai 2003 10:26:00:
Wolfgang Mischnick gehört zu den bedeutendsten Politikern der deutschen Nachkriegsgeschichte. Politische Weitsicht und liberale Toleranz brachten ihn immer wieder in den Brennpunkt des Geschehens, ohne dass er selbst von sich reden machen wollte. Im deutsch-deutschen Dialog musste er sich mehrfach der Aufgabe als „Unterhändler“ zwischen den zwischen 1949 und 1990 bestehenden zwei deutschen Staaten stellen. Als gebürtiger Sachse leistete er einen entscheidenden Beitrag, die hessischen Liberalen in der Bundes- und Landespolitik voran zu bringen. Er war aber auch Vater! Vater für Liberale, die in seinem Sinne etwas bewegen wollten, Vater für seine Familie.
Ganz in diesem Sinne, dem Geiste und der Verantwortungsbereitschaft von Wolfgang Mischnick, soll dieses Forum zukünftig ein Podium für Diskussionen zu liberalen Themen und Auffassungen sein. Zugleich wäre es wohl im Sinne von Wolfgang Mischnick, wenn hier auch der FDP-Fraktion im deutschen Bundestag Hinweise gegeben würden, die aus dem Leben abgeleitet sind und die Gesetzgebung reflektieren. Der große Reformator Martin Luther hat bei seiner Bibelübersetzung dem Volk aufs Maul geschaut, wie es redet. Auch Wolfgang Mischnick hat in seiner täglichen Arbeit wie Wenige dem Volk aufs Maul geschaut. Er hat sich dessen Problemen angenommen.
Ich wünsche mir, dass das Forum in diesem Sinne geführt und gestaltet werden kann. Ich wünsche mir, dass sein Lebenswerk und sein friedliebender und freiheitlicher Ansatz, mit den Problemen umzugehen, zum Maßstab neuer Politik werden wird und liberale Toleranz viele Politiker durchströmt. In diesem Sinne wünsche ich mir viele Beiträge, die die deutsche Politik positiv befruchten und den Tagespolitikern praktische Hinweise für ihr Wirken geben. Das Forum ist für faire Diskussionen offen. Einträge, die zudem auch noch die deutsche Politik voran bringen, sollten uns im Sinne von Wolfgang Mischnick für die tägliche Arbeit beflügeln.
Dr. Volkmar Kunze, Bürgermeister in der Lutherstadt Wittenberg, Vorsitzender des Vorstandes der Karl-May-Stiftung, 01.05.2003, Radebeul